Studiengebühren

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Elin Vesper
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Wir lehnen jegliche Art von Studiengebühren ab!

Im Sommer 2008 hat der hessische Landtag mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linkspartei die zuvor von CDU und FDP eingeführten Studiengebühren wieder abgeschafft. Nicht zuletzt durch den massiven Druck der Juso-Hochschulgruppen wurden Langzeitstudiengebühren ebenfalls abgeschafft. Wir kämpfen dafür dass es auch dabei bleibt.

Studiengebühren sind ungerecht und verfehlen ihre Bestimmung!
Das ist kein abgehobener Juso-Kram sondern leider Realität.
Im Wintersemester 07/08 wurden in Hessen zum ersten Mal allgeimeine Studiengebühren erhoben. Dabei zeigten die Erfahrungen in Österreich und den ersten Gebühren-Bundesländern bereits damals, dass sie fatale Folgen haben:

  • Wie erwartet ging die Zahl der Studienanfänger zum WS 07/08 deutlich zurück. 2004 konnte man das in Hessen schon einmal beobachten, als die Langzeitstudiengebühren eingeführt wurden. Für viele LangzeitstudentInnen wurden die Kosten untragbar und sie exmatrikulierten sich. (Entwicklung der Studierendenzahlen an der TUD).
  • Wie erwartet wurden Anfänger aus schlechter verdienenden Familien benachteiligt. - Verschiedene Studien und Umfragen wie zum Beispiel die Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit ein Studium anzufangen, wenn man einen Kredit aufnehmen muss, sinkt. Das trifft nicht jede und jeden im gleichen Maße, sonder ist abhängig vom sozialen Hintergrund der StudienanfängerInnen. Menschen aus benachteiligten Familien entscheiden sich trotz Kreditangebot mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit gegen ein Studium.
  • Wie erwartet wurden Frauen benachteiligt, denn dieselben Untersuchungen zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit ein Studium anzufangen bei Frauen niedriger ist, wenn Studiengebühren erhoben werden.

Aber mit Studiengebühren werden doch viele tolle Sachen bezahlt!
Und sie werden nach wie vor bezahlt! Als Ersatz für die Mittel aus Studiengebühren stellt das Land den Hochschulen Geld direkt für die Verbesserung von Studium und Lehre zur Verfügung. Die Studierenden, vertreten durch die Fachschaften, haben bei der Vergabe der Mittel ein sehr starkes Mitspracherecht bis hin zu einem Vetorecht gegen bestimmte Projekte. Es war übrigens die Juso-Hochschulgruppe Darmstadt, die in vielen Hintergrundgesprächen mit Landtagsabgeordneten die starke Rolle der Studierenden bei der Mittelvergabe eingefordert und durchgesetzt hat. Man darf leider skeptisch sein, ob die Mittel die Lehre kurzfristig verbessern können. Jedoch ist jetzt hoffentlich auch den letzten klar geworden, dass genug Geld da ist - auch ohne Studiengebühren.

Aber es gibt doch keine Alternativen zu Studiengebühren!
Stimmt nicht. Polemisch könnte man sagen: Warum hat das Land Geld, das Staatsweingut für 15 Mio Euro mit einem Neuen Weinkeller auszustatten oder ein Schloss für über 13 Mio Euro zu kaufen (Schloss Erbach in 2005) oder Milliarden schwere Konjunkturprogramme ins Leben zu rufen. Doch den besten Beweis, dass (Finanzierungs-)Alternativen zu Studiengebühren existieren, hat der Hessische Landtag bereits erbracht: Die Studiengebühren sind abgeschafft und die Gelder fließen dennoch an die Hochschulen.

Studiengebühren sind keine unvermeidbare Notwendigkeit. Sie sind ein interessengeleitetes Mittel der Politik zum Nachteil der großen Mehrheit der Menschen.

 
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Juso Hochschulgruppe Darmstadt - www.jusos-tud.de - letzte Aktualisierung am 10.06.2010  |  login