Bachelor für alle - Master für wenige?!?

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Lenni Estel
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Bereits 70% aller Studiengänge an der TUD wurden im Rahmen des europäischen Bologna-Prozesses auf die neuen Bachelor- und Master-Abschlüsse umgestellt. Der Anteil der Bachelor-Studentinnen und Studenten wächst mit jedem Semester. Bis 2008 sollte das gesamte Studienangebot an der TU Darmstadt auf die neuen Bachelor und Master-Abschlüsse umgestellt werden. Mit wenigen Ausnahmen ist das auch geschehen.

Doch der Bachelor wurde bereits als „Schmalspur“-Studium entwertet! So das Urteil der Gruppe der T9, dem Zusammenschluss der neun größten technischen Universitäten in Deutschland. Demnach bereitet ein verkürztes Bachelor-Studium nur unzureichend auf entsprechende berufliche Tätigkeiten vor. Ob der Bachelor also ein berufsqualifizierender Abschluss ist, wie es uns die CDU-Landesregierung weiss machen will, darf stark bezweifelt werden. Der Master-Abschluss hingegen findet breite Zustimmung und kann definitiv als berufsqualifizierend gelten.

Deshalb fordern wir Jusos, dass JEDE Bachelor-Absolventin und JEDER Bachelor-Absolvent an der TU Darmstadt auch einen Master erwerben können muss! Die TU Darmstadt darf den Bachelor-Absolventen hierbei keine Steine in den Weg legen. Schon gar nicht in Form von NCs oder Auswahlgesprächen für die Aufnahme eines Masterstudiums. Auch muss die TU Darmstadt genügend Masterstudienplätze für ALLE Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen zur Verfügung stellen. Beim Bachelor darf nicht Schluss sein, der Master muss das Ziel werden! Er darf aber nicht nur einer kleinen Elite offen stehen, während der Bachelor zu einem mittelmäßigen Massenabschluss avanciert. Diese Forderung sollte in unserem heutigen Europa ohnehin nicht diskutabel sein, da Europa auf viele kluge Köpfe angewiesen ist und nicht auf einige wenige.

Wir Jusos setzen uns auch dafür ein, dass der Bologna-Prozess mehr als nur eine Namensänderung der Abschlüsse bewirkt. Die TUD soll die Umstellung im Zuge des Bologna-Prozess auch dazu nutzen, um die Qualität des Studium zu verbessern. Die Umstellung darf nicht überstürzt angegangen werden, sondern erfordert eine weitsichtige Planung und Umstrukturierung. Es muss dafür gesorgt werden, dass die alten Probleme nicht in das neue System überführt werden, sondern grundlegend angegangen werden.

Die bisherigen Erfahrungen mit den neuen Studiengängen sind ernüchternd. Die Studierbarkeit hat abgenommen. Auslandssemester werden schwieriger. Der Prüfungsdruck nimmt zu. Studium wird zunehmend unvereinbar mit weiteren Tätigkeiten, dabei arbeitet ein Großteil aller Studierenden um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Mit der jetzt beginnenden Reakkreditierung der Studiengänge müssen diese Probleme angegangen werden und behoben werden. Wir setzen uns für studierbare Studiengänge ein!

Wir Jusos haben vor allem den Aspekt der europaweiten Vergleichbarkeit der Studienleistungen via ECTS begrüßt. Dies sollte es den Studierenden der TU Darmstadt erleichtern, ein Auslandsstudium innerhalb Europas aufzunehmen. Wir Jusos setzen uns für die praktische Umsetzung dieses richtigen Ziels ein: Es gibt seit der Bachelor/Master Umstellung vermehrt Probleme bei der Anerkennung von Studienleistungen aus dem europäischen Ausland. Das darf nicht sein! Es muss in erster Linie zum Wohle des Studierenden entschieden werden.

 
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Juso Hochschulgruppe Darmstadt - www.jusos-tud.de - letzte Aktualisierung am 09.09.2010  |  login